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Amor / Amorine

normale Aufgabe (allgemeine Aufgabe) Übersicht
 
Der römische Gott der Liebe, dessen griechisches Gegenstück Eros war, wird oft mit Pfeil und Bogen dargestellt.

Wie siehst du als Amor bzw. Amorine aus? Mit Gewand? Ganz ohne? Lendenschurz? Krone? Lorbeerkranz?

Lass die Phantasie spielen und zeige es uns :)


Dauer: 10 Tage    Kamera: Kamera    Für: Männer, Frauen, Paare    erstellt: 11.04.2005   
Kategorie 1: kreativ    Kategorie 2: Kleidung, Kreativ   
Adultshop
gelöst  09.10.2006 20:22  


Oh weh! So viele Jahrhunderte bin ich nun schon hier auf der Erde, und es sieht nicht so aus, als würde Mama mir verzeihen. Sie hat mich verbannt, als ich einem ihrer Befehle nicht Folge leistete. Ich sollte Psyche dazu bringen, sich in einen schlechten Mann zu verlieben, damit die Menschen sich von ihr abwenden. Dabei hätte das niemals funktioniert! Psyche war von Anfang an für mich bestimmt. Aber Göttinnen sind wirklich manchmal unberechenbar. Anstatt einzusehen, dass sie sich geirrt hat, schiebt sie mich ab. Ich hätte es wissen müssen! Widerspruch gegen Mama ist zwecklos und Ungehorsam bezahlt man zumeist mit dem Exil. Das zumindest hab nun auch ich gelernt.

Eine mühselige Arbeit ist das, den Menschen die Liebe zu bringen! Früher, als halbwüchsiger, schalkhafter Knabe hatte ich immer gleich einen Draht zu den Männern. Die meisten von denen hatten eh nur die Weiber im Kopf. Vom Gucken bis zum Verlieben war's nicht weit. Zusammen ein Weinchen geschlürft, dann in einem unbeobachteten Moment ein kleines, clever platziertes Pfeilchen, und das war's. Völlig unauffällig, das Ganze. Mann hat mir vertraut. So, wie ich damals aufgetreten bin, ging das gar nicht anders. (Habt ihr mal ein Bild von mir gesehen? Mein Freund Caravaggio versuchte vor einiger Zeit, mich zu malen. Das Bild wird mir leider nur annähernd gerecht - in Wahrheit bin ich noch viel schöner!)

Aber mein Job ist immer schwieriger geworden. Die Welt hat sich sehr verändert. Von wegen 'Amor vincit omnia'. Irgendwie hat mein alter Freund Vergil da ein bisschen am Ziel vorbeigeschossen. Liegt vielleicht daran, dass er mit Bogenschießen nicht wirklich was am Hut hatte. Der hat lieber mit Worten getroffen. Ich sagte ihm damals schon, dass er sich irrt. Heute könnte ich es ihm ja beweisen. Schade, schade, dass er das nicht mehr erleben kann. Unsere Gespräche haben mir trotzdem immer viel Spaß gemacht.

Tja, Liebe besiegt doch nicht alles! Die Frauen hatten irgendwann die Emanzipation entdeckt und suchen sich seitdem ihren Liebsten sogar selbst aus. Unerhört, das. Wie soll ich da planen?! Und muss ich jetzt auch auf Frauen schießen? Das geht ja nun gar nicht! Brüste durchschießen, um ans Herz zu kommen? Oder darauf vertrauen, dass ein oberflächlicher Treffer reicht, um sie zu entflammen? Von den Männern hätte ich ja zumindest mehr Widerspruch erwartet, als sie ihre Vormachtstellung verloren haben. Und was tun die? Werden zu Frauenverstehern, die nur noch beste Freunde sind, oder ziehen sich zurück! Immer wieder diese Schwierigkeiten! Wie soll ich da vernünftig arbeiten?! *seufz*

Solch seltsamen Verhaltensweisen kann man nur mit außergewöhnlichen Methoden beikommen. Ein Plan musste her, sonst konnte ich meine Erfolgsquote vergessen. Lange hab ich überlegt, bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel: Ich musste zur Frau werden! Frauen haben Macht über Männer. Um Männer wieder dahin zu bringen, sich offensiv zu verlieben, musste eine Frau sie verführen. Meine Pfeile würden ihren Teil zum Verlieben beitragen, aber um an die Männer heranzukommen, brauchte es einfach ein Lockmittel: Amorine!

Mit der Umsetzung dieses Planes hatte ich anfangs etwas Schwierigkeiten. Nicht nur, dass mir Psyche zu Hause die Leviten las, weil ich nun ständig switchen wollte. Als ich meinen Plan nicht aufgab, ließ sie mich einfach sitzen. Das war aber noch nicht alles. Ich brach auch an die drei Dutzend Herzen an einem Tag, bis ich den Dreh raus hatte. Den Ärger mit den ganzen Tränen und Vorwürfen hätte ich mir wirklich gern erspart! In dieser Zeit wuchsen meine Flügel auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe, weil ich sie so oft einsetzen musste. Fliehen ist zwar sonst nicht mein übliches Vorgehen, aber weinenden Männern kann ich einfach nicht widerstehen.

Trotzdem muss ich sagen, dass mein Plan mit der Zeit ein paar Erfolge zeigt. Als Amorine kann ich wieder nah genug an die Männerwelt herankommen, um meine Pfeile wirkungsvoll zu platzieren. So langsam gewöhne ich mich auch an meinen neuen Körper und die Macht, die er mir verleiht. Und interessanterweise hab ich die Mehrheit der Frauenwelt auf meiner Seite. Das Konkurrenzverhalten der holden Weiblichkeit ist nämlich gar nicht so drastisch ausgebildet, wie ich dachte. Gibt ja auch genug Männer.

Ich habe übrigens gelernt, auf subtile Art Aufsehen zu erregen. Wie? Naja. Überall hier auf der Erde sieht man nackte Haut - in der Werbung, im Fernsehen, auf den Straßen. Die Menschen sind übersättigt. Kaum einer schaut auf und grüßt oder zeigt Interesse an offen zur Schau gestellten Körpern. Das Ganze brachte mich zu einer Erkenntnis: Um heute aufzufallen, muss man sich anziehen!

Drei, vier Jahrzehnte lang versuchte ich, mit wechselnden Rocklängen und mehr oder weniger offenherzigen Blusen oder Tops Schritt zu halten, bis ich irgendwann ganz zufällig bemerkte, wie eine meiner neuen Geschlechtsgenossinnen es schaffte, dass sich jeder immer wieder nach ihr umdrehte. Wochen verbrachte ich mit Grübeln, bis ich ihr Geheimnis entdeckte. Es waren unter einem langen Mantel hervorblitzende Beine in schwarzen Strümpfen und High Heels, ihr eleganter Gang und ihr dezent geschminktes Gesicht mit einem geheimnisvollen Lächeln darauf. Subtil halt, mehr verstecktes Versprechen als gezielte Einladung. Seitdem tarne ich mich genauso. Manchmal passiert es mir trotzdem noch, dass einer der Männer auf offener Straße durchdreht, wenn er meiner ansichtig wird. Aber das sind Ausnahmen.

Irgendwann musste ich aufrüsten. Mein Bogen war mit der Zeit brüchig geworden, was ja auch kein Wunder ist, wenn man jahrhundertelang mit ein- und derselben Ausrüstung arbeiten muss. Wenn ich nicht fürchten würde, Mama noch mehr zu verärgern, hätte ich mich schon lange bei Papa Mars oder Göttervater Jupiter beschwert. Allerdings befürchte ich, dass einmal Wimpernklimpern von Mama ausreicht, um die beiden wieder zu besänftigen. Das hat sie sich von den Frauen hier abgeguckt. Die setzen das gnadenlos ein und erreichen damit doch tatsächlich Dinge, die jeder Beschreibung spotten. Kein vernünftig denkender Mann würde sich normalerweise auf sowas einlassen! Und das Schlimmste ist, dass Jupiter das wahrscheinlich sogar noch witzig finden würde. Einen seltsamen Humor hat er manchmal, unser Oberster.

Naja. Als ich jedenfalls das eine Mal kräftig auf einen Mann schießen wollte, brach mir der Bogen entzwei. Na toll. Und jetzt? Ich hab lange überlegt. Bogen waren mittlerweile zumindest in der Menschenwelt aus der Mode gekommen und nur noch selten zu finden. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich in einen Bogensportverein zu schleichen und mir eine Waffe zu 'borgen'. Unglücklicherweise kam gerade in diesem Moment jemand, so dass ich das Erstbeste greifen musste, was mir in die Hände fiel. Seitdem laufe ich mit einer Armbrust herum. Mühselig, das Teil, das kann ich euch sagen! Nachdem ich die ersten zehn Kandidaten irrtümlicherweise erschossen hatte, statt sie mit meinem Pfeil nur zu verletzen, wollte ich schon fast aufgeben.

Das Donnerwetter meines Papas brachte mich dazu, mehr zu üben (und erstmal Zielscheiben statt lebender Ziele zu verwenden) - auf eine intensive Lehrzeit bei Papa nach der mütterlichen Verbannung hatte ich dann doch keine Lust. Jetzt geht es ganz leidlich. Papa verleiert zwar immer noch die Augen, wenn er mich bei der Arbeit sieht, aber es kann ja schließlich nicht jeder so kriegsgewandt mit Waffen umgehen.

Irgendwie laufe ich schon wieder ziemlich planlos durch die Gegend. In letzter Zeit passiert mir das öfter. Heutzutage rennen die Menschen schneller auseinander, als ich sie treffen kann. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich hier wirklich einiges verändert. Vielleicht sollte ich Juno um Hilfe bitten? Oder Fortuna? Da, pst, es kommt jemand!!! Ob es diesmal klappt?!