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Dauer: 3 Tage    Kamera: Nein    Für: Männer, Frauen, Paare    erstellt: 11.06.2002   
Kategorie 1: sexuell    Kategorie 2: Erlebnisse, Cyber/Webcam/Telefon   
Adultshop
gelöst  13.02.2006 14:01  


Kometen sind, fern von der Sonne, eine kompakte Masse aus Eis und Stein. Sie fliegen durch die Dunkelheit, auf ihr Wesentliches reduziert, jahrelang, manchmal auch jahrzehntelang. Erst, wenn sie sich der Sonne nähern, tauen sie auf. Dann löst sich der starre Verbund, das Eis beginnt zu schmelzen - und der Komet, das Licht der Sonne reflektierend, wird zum Schweifstern, in alter Zeit auch zum Symbol; je nach Perspektive als Ankündigung eines Weltuntergangs oder auch als Verheißung eines Retters, aber immer als ein Zeichen des Wandels, der Veränderung. Nur ist das Leuchten nicht von Dauer, aus dem Perihel kommend erkaltet er wieder und wird, wie gehabt, zu einem Klumpen aus Eis und Stein.

Ich begegnete N. das erste Mal vor ca. sechs Jahren. Wir hatten vorher schon einiges voneinander gelesen, hatten auch mal einen eher losen Briefkontakt, eine gewisse Grundsympathie war zu spüren - mehr aber auch nicht. Diese Begegnung im Rahmen eines Netztreffens veränderte viel für mich, wir kamen wieder in Kontakt, schrieben einander, redeten miteinander, über Gott und die Welt, unsere jeweiligen Beziehungen, Liebe und Leid, Leben und Tod. Wenn wir alle paar Jahre mal zwei, drei Tage zusammenwaren, tauten wir auf, gingen zusammen spazieren, genossen das Einfach-so-Dasein des anderen, wir waren uns gegenseitig Sonne - und versuchten, uns selbst und dem anderen einzureden, es ginge um nicht mehr als das. Und wenn wir uns wieder trennten, blieb die Wärme und die Nähe, das Leuchten noch wochenlant erhalten, wurde langsam wieder schwächer, während wir zu unserer gewohnten Distanz, zum status quo ante, zurückkehrten. Das bisher letzte Mal, als wir uns trafen, auftauten, war in der Zeit meiner Trennung. Lange Spaziergänge, lange Gespräche, noch längere Spaziergänge, noch längere Gespräche. Ich glaube, wir hatten nie zuvor so viel Zeit miteinander verbracht - und doch bestanden wir beide darauf, daß es nichts als Freundschaft sei...

»Und immer auf'm Sprung, mit brennend braunen Augen.
Die haben viel geseh'n und sind richtig jung.
Wir reden über Filme und die Blicke werden tief...
«

Erst ein paar Wochen später, als wir wieder viele hundert Kilometer zwischen uns hatten, aber noch lange nicht wieder erkaltet waren, als das Feuer noch glühte und das Leuchten noch anhielt... erst Wochen später lief einer unserer chats in diese Richtung und wir sprachen beide darüber, was wir uns damals nicht eingestanden hatten, nicht eingestehen wollten: daß wir beide gern miteinander geschlafen hätten. Das Gespräch kreiste, verließ das Thema wieder und stieß doch von der anderen Seite wieder auf dieselbe Stelle, entfernte sich wieder und kehrte wieder zurück. Es ging darum, was wir uns gewünscht hätten, welche Phantasien in unseren Köpfen vorkommen - und mit der Zeit rutschten wir (uns gegenseitig immer wieder bestätigend, daß wir genau das nicht tun wollten) in Richtung CS ab, wir beschrieben, was wir miteinander gern getan hätten, wie wir es getan hätten - und irgendwann waren wir mitten drin.
Was dann folgte, waren (so zumindest behauptete es das chatlog später) fast anderthalb Stunden, bis wir uns wieder voneinander lösten. Es war eine irreale Erfahrung, die ich in dieser Form nicht für möglich gehalten hätte, unwirklich und gleichzeitig doch real, atemberaubend und nicht von dieser Welt, unwiederholbar, jedenfalls in dieser Form.

Seitdem haben wir noch nicht wieder zueinander gefunden. Aber die Erinnerung an die Wärme, die Hitze, das Leuchten bleibt.

Still und kalt ist es im Aphel. Es ist Zeit, umzudrehen.